Vortrag von Prof. Thomas Wabel am Mittwoch um 18 Uhr c.t. in der U2/00.25

Liebe Freunde und Mitglieder der FGPh,

am kommenden Mittwoch wird Prof. Wabel, Inhaber des Lehrstuhls für
Evangelische Theologie mit Schwerpunkt Systematische Theologie und
theologische Gegenwartsfragen, den nächsten Vortrag in unserer
Ringvorlesung „Was und Wozu Philosophie“ halten. Diesmal geht es um das
Verhältnis von Theologie und Philosophie, um die alte und doch aktuelle
Frage „Lässt sich Gott denken? Das Was und Wozu philosophischer Theologie“.

Am Versuch, Gott zu denken, zeigen sich Möglichkeiten und Grenzen
menschlichen Denkens. Ist es nicht ein Widerspruch, Gott, der doch alle
menschlichen Vorstellung übersteigt, denken zu wollen? Was geschieht mit
dem Menschen, wenn er Gott denkt? Und was geschieht umgekehrt mit Gott,
wenn ihn der Mensch zu denken versucht? – Wie diese drei Fragen
miteinander zusammenhängen, wird der Vortrag erkunden. Dabei wird sich
zeigen, dass die vermeintlich abstrakten Höhen des Gottesgedankens den
Menschen auf sehr elementare Weise zu dem zurückführt, was
Philosophieren ausmacht: sich selbst und sein Leben auf andere Weise
verstehen zu lernen.

Wir würden uns freuen, Sie wieder zahlreich diesem spannenden Vortrag
begrüßen zu können.

Mit besten Grüßen
Ihr Präsidium der FGPh

Vortrag von Prof. Dietrich Dörner am Mittwoch (09.11.16) um 18 Uhr c.t. in der U2/00.25

Liebe Freunde und Mitglieder der FGPh,

am kommenden Mittwoch geht unsere Rinvorlesung in die zweite Runde und wir freuen uns sehr Sie zu dem Vortrag von Prof. Dietrich Dörner „Warum hat man – um Gotteswillen! – bei der Gründung der modernen Psychologie bloß nicht auf Aristoteles zurückgegriffen?“

Herr Dörner, ehemaliger Direktor des Instituts für Theoretische Psychologie und numehr Emeritus of Excellence am Trac, beschäftigt sich seit vielen Jahren mit dem Verhältnis von Psychologie und Philosophie. Ausgangspunkt für seine Überlegungen im Vortrag ist seine Diagnose, dass die Psychologie seit ihrer Gründung als moderne empirische Wissenschaft mit der Einführung des Behaviorismus von einer Krise zur nächsten übergeht. Zwar versucht sie diese immer wieder in den Griff zu bekommen – die Einführung der Statistik, das Ausweichen auf Neuropsychologie sind zwei Beispiele dafür -, aber die Erfolgsaussichten sind fraglich. Im Herbst 2015 publizierte der Psychologe Nosek das Ergebnis einer großen Replikationsstudie. Man hatte zahlreiche psychologische Untersuchungen des Jahres 2008 wiederholt und fand heraus, dass nur um die 30 % der Ergebnisse replizierbar waren; 65-70 % der Ergebnisse waren ganz anders als im Jahre 2008. Das kommt einer wissenschaftlilchen Katastrophe gleich. Seitdem befindet sich die Psychologie wieder in einer Krise. „Was ist da schief glaufen?“ – so fragt Dietich Dörner und gibt gleich die Antwort: die Psychologie hat durch die behavioristische Revolution ihren Gegenstand verloren – die Seele – und Aristoteles nicht berücksichtigt. Der Gegenstand wurde ersetzt durch die Vorschrift:  sammle die Reiz-Reaktions-Gesetzmäßigkeiten  und wenn du genügend lange sammelst, dann kannst du menschliches Verhalten voraussagen. Aristoteles sagt dagegen in seiner Schrift ‚Über die Seele‘, dass die Seele ein Steuerungsprinzip für den Körper ist, der dadurch lebendig wird. Dieses Steuerungsprinzip Seele aber wird man kaum dadurch erkunden können, dass man die Reiz-Reaktions-Gesetzmäßigkeiten sammelt, denn es besagt auf jeden Fall, dass die Reiz-Reaktions-Zusammenhänge sich je nach den Bedingungen ändern.

Wir würden uns freuen, Sie wiederum zahlreich zu diesem spannenden Vortrag begrüßen zu können.

Mit besten Grüßen
Ihr Präsidium der FGPh