Ringvorlesung SS 18: Philosophie und Literatur

Seit jeher gibt es eine enge facettenreiche Verbindung zwischen Philosophie und Literatur mit fließenden Grenzen. Mal wird die Literatur philosophisch – man denke an die großen Werke der Weltliteratur wie „Schuld und Sühne“, „Auf der Suche nach der verlorenen Zeit“ usw., die philosophische Fragen und Themen aufnehmen – oder die Philosophie literarisch – Kierkegaard und Jacobi schreiben Romane, Nietzsche Aphorismen usw.

Auch in der Theorie wird das Verhältnis von Philosophie und Literatur immer wieder kritisch beleuchtet: Platon formuliert einerseits eine kritische Haltung gegenüber den Sophisten und führt seine eigene literarische Auseinandersetzung mit der Philosophie in Form der Dialoge. Aristoteles beschäftigt sich in der „Kunst der Rede“ mit literaturtheoretischen Überlegungen. Im 18. Jahrhundert führen Idealisten und Romantiker einen Streit um die Wahrheit und Vormachtstellung gegenüber allen Wissenschaften. Dieser Streit beflügelte offensichtlich alle und führte zu einer Blütezeit der Literatur und Philosophie. Neu aufgebrochen – jedenfalls für die Philosophen – ist diese Debatte im 20. Jahrhundert mit dem Zugeständnis einiger postmoderner Denker, allen voran Rorty, dass Philosophie auch nur Literatur sei.

Dieser breit gefächerten Debatte aus philosophischer und literaturwissenschaftlicher Sicht möchten wir uns im kommenden Sommersemester widmen.

Das aktuelle Programm finden Sie unter http://fgph.de/programm/.

 

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