Vortrag von Dr. Lars-Thad Ulrichs am Mittwoch 30.5.18 um 18 Uhr, U2/00.25

Liebe Freunde und Mitglieder der FGPh,

am kommenden Mittwoch um 18 Uhr c.t. wird Dr. Lars-Thade Ulrichs (Bochum) mit einem Vortrag zum Thema Zwischen Subjektgenese und Identitätsbildung. Philosophie und Literatur um 1800 unsere Ringvorlesung „Philosophie und Literatur“ fortführen.

Das ideengeschichtliche Profil der Epoche um 1800 wird maßgeblich von der Konkurrenz zwischen Philosophie und Literatur geprägt. Diese Konkurrenz erhält einen besonders signifikanten Ausdruck dort, wo es um die Frage nach der Konstitution des Subjekts unter dem Aspekt seiner Geschichtlichkeit geht. Der Vergleich der genetischen Subjektivitätstheorie der nachkantischen Philosophie mit dem zeitgenössischen Bildungs- und Identitätsroman unter dem Aspekt ihres jeweiligen Geltungsanspruchs zeigt, dass sich hier grundsätzlich ein transzendentales Modell der Konstitution von Subjektivität (Ichkonstitution) und eine konkrete, wenn auch fiktionale Darstellung der Bildung einer personalen Identität (Selbstkonstitution) gegenüberstehen. Allerdings dringen die beiden Diskursformen fortwährend in die Domäne der jeweils anderen ein. Die Konfrontation von genetischer Subjektivitätstheorie und Bildungsroman dient somit dazu, sowohl die systematischen Defizite der Subjektivitätsmodelle der klassischen deutschen Philosophie als auch die Grenzen des Konzepts der Transzendentalpoesie aufzuzeigen, ohne dass sich damit die gesamte Konkurrenz von Philosophie und Literatur um 1800 als ein Missverständnis erweist.

Wir würden uns freuen, Sie wieder zahlreich begrüßen zu können.
Mit besten Grüßen
Ihr Präsidium der FGPh

Vortrag von Dr. Oliver Koch am Mittwoch 23.5.18 um 18 Uhr, U2/00.25

Liebe Freunde und Mitglieder der FGPh,

am kommenden Mittwoch um 18 Uhr c.t. wird Dr. Oliver Koch (Bochum) mit einem Vortrag zum Thema Der Humorist als Fichtianer. Zur Kritik der Wissenschaftslehre in Jean Pauls Roman Titan unsere Ringvorlesung „Philosophie und Literatur“ fortführen.

Johannes Paul Richter (1763-1825), unter dem Pseudonym Jean Paul Autor humoristischer Romane, ist sicherlich einer der talentiertesten und originellsten Literaten seiner Zeit. Zugleich verfolgt er aufmerksam und kompetent die philosophischen Debatten um 1800, besonders die Entwicklung der Transzendentalphilosophie von Kant zu Fichte und die philosophische Auseinandersetzung Fichtes mit Friedrich Heinrich Jacobi, auf dessen Seite Jean Paul schließlich durch seinen 1800 bis 1803 veröffentlichten Roman Titan selbst mit in die öffentliche Diskussion um das Erbe der Philosophie Kants eintritt. Der Vortrag wird die Geschichte der Romanfigur Schoppe, der von Jean Paul zur Verkörperung der Wissenschaftslehre Fichtes entwickelt wird, analysieren und vorführen, wie in der humoristischen Inszenierung der Kritik an der Philosophie Fichtes Literatur zum  Reflexionsmedium eines alternativen Philosophieentwurfs wird.

Wir würden uns freuen, Sie auch dieses Mal wieder zahlreich begrüßen zu können.

Mit besten Grüßen
Ihr Präsidium