Vortrag von Barbara Kehler am Mittwoch um 18.00 Uhr, U2/00.25

Liebe Freunde und Mitglieder der FGPh,
am kommenden Mittwoch um 18.00 Uhr c.t. wird Barbara Kehler (Reutlingen) mit einem Vortrag zum Thema „Literarischer Doppelagent: Ideologiekritisches Denken in Ian McEwans Sweet Tooth“ unsere Ringvorlesung „Philosophie und Literatur“ fortführen.
Mit diesem Vortrag schreiten wir von der Neuzeit in die Postmoderne fort, und vielleicht auch schon in die Post-Postmoderne mit einem Vortrag über einen zeitgenössischen Autor, Ian McEwan. Unter Themen wie der historiographischen Metafiktion, der Kritik an zeitgenössischen Entwicklungen, Metafiktion und Selbstreflexivität findet sich die Geschichtlichkeit immer wieder in seinen Romanen, oft in Form des kulturellen Gedächtnisses, aber auch in der Frage nach der Identität, ein Thema, das sich auch durch die vorausgegangenen Vorträge gezogen hat.
Wohingegen der Idealismus sich noch um ein Subjekt mit einer transzendentalen Begründung bemüht hat, schlägt der Postmodernismus einen ganz anderen Weg zur Erklärung der Identität ein. Er wirft die Fragen auf: Ist Identität etwas Natürliches? Gibt es Identität überhaupt? Oder konstruieren wir unsere Identität vielleicht sogar aus den Fragmenten der Sprache und der Diskurse, die wir in unserer Kultur finden? Um die Reflexion über die Literatur und das Literarische, und wie dieses unser Denken und unsere Urteile, ja, unsere Identität formt, und wie in unserem Denken eine kritische Haltung gegenüber bestimmten Formen von Ideologie aufgebaut werden kann, soll es also gehen, durch die Lupe des Postmodernismus gesehen in Ian McEwans Sweet Tooth.
Wir würden uns freuen, Sie wieder zahlreich begrüßen zu können.
Mit besten Grüßen
Ihr Präsidium der FGPh

 

Lesung zu Kierkegaards „Tagebuch des Verführers“ am Mittwoch 13.06.18, um 18 Uhr c.t., U2/00.25

Liebe Freund und Mitglieder der FGPh,

wir laden Sie wieder recht herzlich zu einer weiteren Lesung im Rahmen der Ringvorlesung „Philosophie und Literatur“ ein. Diesmal wird es um Kierkegaards Roman „Tagebuch des Verführers“ gehen, der uns von Dr. Sandra Frey und Tom Heilmann vorgestellt wird.

Der Roman enthält neben den Tagebuchaufzeichnungen eines jungen Mannes namens Johannes, auch drei Briefe von Cordelia, seiner Geliebten. Johannes ist Ästhet, Dandy, Hedonist, der Cordelia mit allen Mitteln der Kunst zu verführen sucht, genauer gesagt, entfacht er in ihr die Liebe und das Begehren nach ihm bis sie sich schließlich verloben. Und dann bringt er sie dazu, dass sie die Verlobung aufhebt, indem er ihr zur Erkenntnisverhilft, dass Liebe erst wirklich Liebe ist, wenn sie sich von allen Fesseln, auch der einer bürgerlichen Eheplanung, befreit. Wie sein Namensvetter Don Juan bzw. Don Giovanni verliert auch Johannes das Interesse an Cordelia in dem Moment, in dem sie sich ihm hingibt. Mit dem Roman schließt Kierkegaard seine Ästhetiktheorie und Erläuterungen um ästhetischen Leben in seinem ersten philosophischen Hauptwerk „Entweder – oder“ ab und auf diesem Hinteregrund werden wir den Roman für und mit Ihnen interpretieren.

Wir würden uns freuen, Sie auch dieses Mal wieder zahlreich begrüßen zu können.

Mit besten Grüßen
Ihr Präsidium der FGPh