Ringvorlesung Wintersemester 2018/19: Jugend forscht – Einblicke in die philosophische Nachwuchsforschung

Wenn Sie schon immer wissen wollten, was philosophische Forschung ausmacht und heute noch bedeuten kann und worüber man heutzutage überhaupt noch forscht, dann sollten Sie dieses Semester regelmäßig unsere Ringvorlesung besuchen. Über die kommenden Wochen werden Nachwuchswissenschaftler unserer Universität ihre Promotions- und Habilitationsprojekte oder andere Forschungsanliegen präsentieren und zur Diskussion stellen. Das Spektrum, das wir bieten können, ist recht breit gefächert: Über Untersuchungen zur Philosophie des Absoluten und Studien zur Sprachphilosophie und zur Rolle von Gefühlen in der Ethik bis hin zur Liberalismusforschung und Ästhetik der Kunst oder des Untergangs reicht das Forschungsfeld unseres Nachwuchses.

Das bedeutet zugleich, dass all diejenigen, die sich überlegen, auch in diese Richtung zu gehen, einen Einblick erhalten können, was auf sie zukommen wird.

Das aktuelle Programm finden Sie unter http://fgph.de/programm/.

Vortrag von Prof. Dr. Iris Hermann am Mittwoch, den 11.07.2018 um 18.00 Uhr, U2/00.25

Liebe Freunde und Mitglieder der FGPh,
am Mittwoch um 18.00 Uhr c.t. wird Prof. Dr. Iris Hermann zum Thema „Wittgensteins Überlegungen zu Schmerz und Sprache in den Philosophischen Untersuchungen“ sprechen, und damit unsere Ringvorlesung „Philosophie und Literatur“ beenden.

In seinem Spätwerk hat Wittgenstein u.a. diskutiert, wie zweifelhaft und unsicher, und doch elastisch, flexibel und glückend Kommunikation zwischen Menschen verlaufen kann. Sprache weist einen bestimmten Unsicherheitsfaktor auf, gerade diese Mehrdeutigkeit ist es aber, die Wittgensteins Überlegungen sehr attraktiv erscheinen lässt gerade dort, wo es darum geht, die grundlegenden Möglichkeiten und eben auch Begrenztheiten von Sprache zu erkunden.
Das möchte ich versuchen, Wittgensteins Überlegungen zu Sprache zu erkunden und ich möchte das an einem besonderen Beispiel tun, dem Sprechen über Schmerzen. Zum einen, weil ich es schon einmal mir ziemlich genau angeschaut habe, zum anderen, weil ich denke, dass es gerade dieses Beispiel ist, an dem Ludwig Wittgenstein uns zeigt, was ihm an menschlicher Kommunikation aufgefallen ist.
Im Vordergrund steht dabei die mündliche Kommunikation, dann aber auch das von Wittgenstein so benannte Sprachspiel. Damit meint er eine kulturelle Praktik, eine Übereinkunft konventioneller Art, in welcher Art und Weise Worte Sachverhalte bezeichnen sollen. Ein Sprachspiel umfasst auch nichtsprachliche Äußerungen. Um im Beispiel zu bleiben, zum Sprechen über Schmerz gehört auch das Schmerzbenehmen dazu, das aber kann kulturell unterschiedlich sein. Es geht in erster Linie um Sprache und Interaktion. Dabei geht es um Verstehen, das hat auch eine ethische Dimension: Im Bemühen, einen Menschen zu verstehen, bedeutet das in diesem speziellen Fall, dass sich gefragt wird, ob der andere Mensch Schmerzen hat, ob also Anlass besteht, ihm womöglich zu helfen oder auch ihn zu schonen.

Wir würden uns freuen, Sie wieder zahlreich begrüßen zu können.
Mit besten Grüßen
Ihr Präsidium der FGPh