FGPh-Vortrag von Lars Hartmann: Kunst nach dem Ende der Kunst?, am 06.02.19 um 18 Uhr c.t., U2.00.25

Liebe Freunde und Mitglieder der FGPh,

am kommenden Mittwoch wird der letzte Vortrag in unserer Reihe „Jugend forscht – Einblicke in die philosophischde Nachwuchsforschung“ stattfinden. Diesmal wird es um ästhetishe Fragen gehen, genauer gesagt um „Kunst nach dem Ende der Kunst? Hegels Vergangenheitscharakter, Adornos Wahrheitsgehalt und die Verfransung der Künste“. Lars Hartmann stellt uns sein Promotionsprojekt vor.

Kaum dass im ausgehenden 18. Jahrhundert die Kunst als autonom sich etablierte, wurde sie zum Beginn des 19. Jahrhunderts in wenigen Sätzen wieder vom Thron gestoßen. Das geschah in Hegels Einleitung zu den „Vorlesungen über die Ästhetik“: Die Kunst, so Hegel, ist ihrer höchsten Möglichkeit nach ein Vergangenes. Es etablierte sich damit ein Gerücht über die Kunst, das insbesondere bei den Avantgarden des 20. Jahrhunderts wie auch in den ästhetischen Theorien wirkungsmächtig wurde und einen umfassenden Diskurs über die Kunst stiftete: Nämlich die Figur ihres Endes bzw. in Hegels Worten ihr „Vergangenheitscharakter“.

Was bei Hegel noch als Verlust ihrer Substantialität gehandelt wurde, wird in der Moderne des 20. Jahrhunderts teils zur Krise der Kunst – zumindest in der Sicht der ästhetischen Theorie. Kunst macht zwar weiter, aber unter heiklen Bedingungen. Die Fortschrittspirale gerät zur Wiederholungsschleife, es geschieht das Unvermeidliche, das nämlich, was Peter Bürger das „Altern der Moderne“ nannte. Diese Dialektik von Weitermachen und Endspiel stellt insbesondere Adorno in seiner Ästhetik heraus. Termini wie Spannungsverlust und „Verfransung der Künste“ stehen für diese Krisendiagnose im Zeichen der Spätmoderne. Vor dem Hintergrund der Ästhetik Adornos und mit Blick auf Hegels These vom Vergangenheitscharakter sollen die Möglichkeiten wie auch die Grenzen der Kunst gezeigt werden. Dazu gehört einerseits die Vernutzung von Kunst durch die Mechanismen der Kulturindustrie und ebenso das, was von Adorno als Formproblem angesprochen wird und bei ihm als nominalistische Situation firmiert: Zur Verbindlichkeit wurde, dass in der Kunst nichts mehr verbindlich ist. Einen Einblick in dieses Krisenszenario will dieser Vortrag geben.

Wir würden uns freuen, wenn wir Sie auch dieses Mal wieder zahlreich begüßen können.
Mit besten Grüßen
Ihr Präsidium der FGPh

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